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Die Natur entlang des Heerweges

Das Eis und der Heerweg

Seinen Verlauf verdankt der Heerweg, die durch die Eiszeit geformte Landschaft. Der Eisrand befand sich lange entlang der sog. Hauptausbreitungslinie – die maximale Ausbreitung des Eises während der letzten Eiszeit, auf der Karte in grün angezeigt. Das Eis hatte große Mengen an Lehm, Kies und Gestein vor der Gletscherkante hergeschoben. Das Schmelzwasser lief in westlicher Richtung über die eisfreie Landschaft. Nachdem das Eis sich zurückgezogen hatte, konnten Bäche und Wasserläufe auch in östlicher Richtung ablaufen. Nach der Eiszeit bedeutete dies, dass die Wasserläufe beidseitig des Eisrandes, entweder in östlicher oder westlicher Richtung liefen. Das Gebiet zwischen den östlichen und westlichen Wasserläufen wird Wasserscheide genannt. Hier konnte man am ehesten trockenen Fußes durch Jütland kommen, weshalb genau aus diesem Grunde der Heerweg entlang der Wasserscheide entstand.

Der Heerweg führte früher durch große offene Heidegebiete, die entstanden sind durch Abholzung und Abnutzung des Ackerlandes seit dem Altertum. Noch heute findet man einige der schönsten Heidelandschaften Dänemarks, wie Randbøl Hede, Vrads Sande und Dollerup Bakker, entlang des Heerweges. Am Heerweg befinden sich auch kleinere Heidegebiete. Um das Jahr 1800 herum, war etwa ein Viertel von Jütland von Heide bedeckt, dann begann man aber erneut die zugesandeten Gebiete zu bewirtschaften. Das Anpflanzen von Nadelbäumen, insbesondere Fichte war eine andere Methode Heidegebiete zu erschließen. Die Bewirtschaftung und das Anpflanzen haben dazu geführt, dass heute weniger als 3% Heidelandschaft in Jütland übrig geblieben ist.
Da der Heerweg den Verlauf der Wasserscheide folgt, kommt man an mehreren Quellgebieten vorbei. Die größten, sind die Quellen der Wasserläufe Skjern Å und Gudenå bei Tinnet, die wenige hundert Meter voneinander ihren Anfang nehmen und jeweils nach Osten und Westen verlaufen. Auch am See Bølling Sø gibt es ein großes Gebiet mit Quellen, die entweder Richtung Westen zum Wasserlauf Karup Å oder Richtung Osten zum Funder Å laufen.
Der Heerweg führt an einigen unserer interessantesten Eichenwälder vorbei. Bei Hald gibt es einen alten, fast unberührten Eichenwald und im Wald Stenholt Skov und bei Tinnet gibt es große Eichendickichte. Viele der Plantagen entlang des Heerweges wurden in Verbindung mit der Bewirtschaftung der Heidegebiete angelegt. Heute sieht man sie als Nadelbaumplantagen und Kompedal, Bommerlund, Fredrikshåb und Frøslev sind einige der größten entlang der Strecke. Die meisten bestehen aus Fichte, es gibt aber auch einige Kieferplantagen, wie z.B. Stursbøl Plantage.
Entlang des Heerweges gibt es viele Seen. Wenige Kilometer südlich von Viborg findet man den, von einer großartigen Hügellandschaft umgebenen See, Hald Sø. Südlich von Vrads kommt man an den Tingdal Seen vorbei, wo man einige der saubersten Seen Dänemarks finden kann. Wenige Kilometer vom Quellgebiet des Wasserlaufes Skjern Å liegt Rørbæk Sø, wo es ausgezeichnete Möglichkeiten für Wandertouren gibt. Der Heerweg kommt auch an mehreren anderen Seen in schöner Umgebung vorbei, u. A. Engelsholm Sø, Fårup Sø und die Jels-Seen.

Der Heerweg passiert meistens nicht durch Moore und Sumpfgebiete, da der Weg ja gerade angelegt wurde um zu sichern, dass man trockenen Fußes ankam. In Südjütland führt der Weg jedoch dicht an den Mooren Abkær Mose und Stengelmose vorbei. Hier findet man Hochmoore mit Torfmoose und Wollgrass. Es wird davon abgeraten sich in die Moorgebiete hinein zu begeben. Früher verschwanden viele Reisende wenn sie sich verirrten und in ein Sumpfloch fielen!
Ein Großteil des Heerweges führt durch bewirtschaftetes Land, wo wilde Pflanzen entlang der Straßen und in Hecken und Gebüsch, sich ihren Lebensraum erschaffen müssen. In den Monaten Mai-Juni sind die Straßenränder vom Wilden Kerbel weiß gefärbt. Später kann es eine reiche Blüte von echtem Johanniskraut, Acker-Witwenblume, Schafgarbe und Mohn geben.
Man sollte sich gönnen, die Heidelandschaften während der Monate August-September zu sehen. Die Blüte der Erika verfärbt die Heide violett. Kommt man im Frühjahr oder Sommer, kann die Heide auch von anderen blühenden Pflanzen gefärbt sein. Die kleine dunkelviolette Thymianpflanze bildet vielerorts kleine Kissen zwischen der Erika und haben Sie Glück, finden Sie die gelben Blüten der Arnika. Die Herbstmonate bieten die Möglichkeit in den Heidegebieten Beeren zu sammeln.

Im Frühling bevor die Bäume ausschlagen, findet man in den Laubwäldern eine reiche Blüte von Blumen wie Anemonen, Waldkraut und Weißwurz. In den Nadelwäldern befindet sich der Waldboden ganzjährig im Dunkeln und ihm fehlen deshalb die schönen Frühjahrsblüten des Laubwaldes. In den Lichtungen findet man aber viele der Heidepflanzen. Waldrodungen sind oft völlig vom violetten Schmalblättrigen Weidenröschen bedeckt. Im Spätsommer und im Herbst kann es viele Pilze geben, die Sie aber nur sammeln sollten wenn Sie sich auskennen!
Die Heidegebiete sind in Dänemark die besten Orte um Reptilien zu sehen. An warmen Tagen sollte man sich vor der Kreuzotter, die relativ häufig vorkommen kann, in acht nehmen. Eidechsen können auch zahlreich auftreten und ab und zu findet man die friedliche Blindschleiche, die einer Schlange ähnelt ohne es jedoch zu sein. Auf der Heide gibt es auch viele Arten von Insekten, manchmal zu viele in Anzahl, da besonders die Bremsen in der Sommerwärme lästig sein können. Man kann sich aber auch an den vielen farbenfrohen Schmetterlingen und den zahlreichen Bienen, die Honig sammeln erfreuen.

Einer der am häufigsten vorkommenden Vögel in Büschen und Bäumen entlang des Heerweges ist wohl die Goldammer, dessen Gesang den Reisenden vom Frühling bis Spätsommer begleiten. Während des Sommers wird sie von der Dorngrasmücke unterstützt, die singend von Gebüsch zu Gebüsch fliegt. Auf den Agrarflächen hört man jedoch meist den Gesang der Lärche.

An sonnigen Tagen kann man oft den Mäusebussard schwebend über der Landschaft beobachten. Er wird häufig von Krähen belästigt die sich nicht am Anblick seiner Silhouette erfreuen. Der Mäusebussard lebt aber hauptsächlich von Mäusen, weshalb ihre Aufregung nicht ganz gerechtfertigt ist.

In entlegenen Gegenden kann man mit etwas Glück den Raben beobachten. Er verleiht den Altertumsdenkmälern das passende Ambiente. Der Rabe war Wotans Vogel. Ihm gehörten zwei, Hugin und Munin, die ihm alles was in der Welt geschah erzählten. Man kann sie im Wappen der Stadt Vojens wieder finden. Vojens bedeutet „Odins vi“ was so viel heißt wie Wotans Heiligtum.

Dänemarks Geologie



Der Heerweg ist markiert mit Rot.
Die Grundlage des Heerweges entstand in groben Zügen vor 15.000 Jahren - geformt in der letzten Eiszeit duch mächtige Gletscher und Smelzwasser. Das ´Prinzip des trockenen Fusses´war stets Ausgangspunkt für den Verlauf des Heerweges.